BZV
newsclick
Suchen
12. Februar 2012
2-Tage-Vorschau

Museumsplan verstößt gegen die Verfassung

Jurist Bernd Rebe kritisiert Landesregierung

Von Andreas Berger

BRAUNSCHWEIG.  Dass Niedersachsens Kulturminister Lutz Stratmann das Braunschweigische Landesmuseum einer neuen Behörde unterordnen will, halten zahlreiche Braunschweiger Bürger und Abgeordnete aller Parteien für verfassungswidrig. Bei der Fusion des Landes Braunschweig mit Oldenburg, Hannover und Schaumburg-Lippe zum Flächenland Niedersachsen wurde deren Kultureinrichtungen in der Landesverfassung höchster Schutz zugesichert.

Während Stratmann und Ministerpräsident Christian Wulff betonen, die Eigenständigkeit des Hauses sei auch in der neuen Struktur gegeben, bestätigt der Jurist Bernd Rebe, langjähriger Präsident der TU Braunschweig, die Auffassung der protestierenden Braunschweiger.

"Man muss unterscheiden zwischen der politisch-organisatorischen Zweckmäßigkeit, der Art wie die Reform durchgesetzt werden soll, und der Verfassungsgemäßheit", erklärt er. In allen drei Punkten gibt er der Landesregierung schlechte Noten.

"Eine bürokratische Zwischenebene zwischen Minister und Museum ist immer von übel. Weil sie selbst wenig entscheiden kann, drangsaliert sie ihre untergeordneten Behörden, um ihre Berechtigung zu beweisen. Die Aufgabenstellung eines Landesmuseums ist auch eine völlig andere, als die einer Denkmalpflegebehörde, warum also die beiden zusammenfassen?", so Rebe.

Die ganze Umwandlung mit einer Pressemitteilung einzuleiten, von der die Museumsleiter selbst erst am Morgen erfahren haben, sei ungeheuerlich. Der Sachverstand vor Ort sei offenbar nicht erwünscht gewesen, befindet Rebe. Man habe den Eindruck einer Geheimaktion. In jedem Fall bedürfe es für solch bedeutende Umstrukturierung eines Gesetzentwurfes.

Und ein solcher Gesetzentwurf hätte, sagt Bernd Rebe, vor der Verfassung keinen guten Stand. "An den bestehenden Kultureinrichtungen des alten Landes darf überhaupt nur gerührt werden, wenn die Reform das ganze Land betrifft und diese notwendig ist. Notwendig ist sie, so umstritten wie sie jetzt schon ist, keineswegs. Und sie betrifft auch nicht das ganze Land, da offenbar nur das Braunschweigische Landesmuseum in eine neue Behörde integriert werden soll, Hannover und Oldenburg nicht."

Nach Rebes Einschätzung müsste eine Landtagsfraktion oder die Stadt Braunschweig vor dem Verfassungsgericht die braunschweigischen Interessen vertreten, da Niedersachsen als Rechtsnachfolger des braunschweigischen Landes mit sich selbst in Konflikt stünde.

Freitag, 04.07.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8728034/menuid/7534512
epaper

Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung - Jetzt abonnieren!

[ zum e-paper ]

Videos der Region

80.000 Liter Wasser flossen in Hochhauskeller

zum Artikel ]

Kleine Leute sangen bunte Lieder

zum Artikel ]

Helikopter suchte nach Fahrer – der schlief im Keller

zum Artikel ]

Unfallfahrzeug kracht in Kindergartengelände

zum Artikel ]

Doppel-Torschütze Jirácek in Danndorf

zum Artikel ]

Neues Gerätehaus für Bahrdorf

zum Artikel ]

Mit verbundenen Augen zeichnen und "blind" singen

zum Artikel ]

Wendezelle hat bald auch eine Kleinkunstbühne

zum Artikel ]

350 Freunde des Humors feierten mit dem ECV

zum Artikel ]

Die Stadt feiert mehr als ihren 70. Geburtstag

zum Artikel ]

In Abbenrode waren die Narren los

zum Artikel ]

Konkurrenz zur Rübe macht Landwirten keine Angst

zum Artikel ]

Winterspaß auf dem Allersee und dem Schillerteich

zum Artikel ]

21-Jähriger wird bei Diebszug ertappt – Komplize flüchtet

zum Artikel ]