Atomgegner zogen vor den Asse-Schacht
REMLINGEN. Sie kamen mit ihren Fahrrädern aus Wolfenbüttel, Salzgitter und Braunschweig und zu Fuß aus fast allen Asse-Dörfern. Und sogar aus Gorleben fuhr ein Bus zur Kundgebung am Asse-II-Schacht in Remlingen/Kreis Wolfenbüttel.
Etwa 700 Menschen, so die Schätzung der Polizei vor Ort, haben am Samstag vor dem Atommüllager Asse II gegen die geplante Schließung des Bergwerks und die damit verbundene Flutung mit einer Spezial-Lösung demonstriert. Zur Demonstration hatte der Asse-II-Koordinationskreis aufgerufen.
Peter Dickel forderte im Namen des Koordinationskreises, eines Zusammenschlusses örtlicher Organisationen, die sich kritisch mit der Zukunft des Atommüll-Lagers auseinandersetzen: "Alle Schließungsarbeiten und weitere Flutungsmaßnahmen müssen gestoppt werden. Der Schacht muss stabilisiert werden."
Eine weitere Forderung der Demonstranten lautete, so Dickel: "Wir brauchen dringend einen Vergleich aller Schließungs-Optionen." Dabei gehe es nicht darum, Sicherheit zu behaupten, sondern Risiken und Gefahren offen und ehrlich abzuwägen.
Die Demonstration war vorläufiger Höhepunkt einer seit Monaten wiederbelebten Protestwelle. Ausgelöst wurde sie durch die Ankündigung der Betreibergesellschaft, das ehemalige Salzbergwerk bei der Stilllegung mit einer Magnesiumchlorid-Lösung zu fluten. Dabei sollen die dort eingelagerten 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in dem ursprünglich als Forschungsbergwerk deklarierten Endlager bleiben. Anwohner und Umweltschützer befürchten, dass durch dieses Verfahren radioaktive Stoffe an die Oberfläche gelangen könnten.













