Kulturminister Stratmanns Frau für alle Fälle
Annette Schwandner ist Abteilungsleiterin im Wissenschaftsministerium
BRAUNSCHWEIG. Im Konflikt um das Braunschweigische Landesmuseum kommt Annette Schwandner eine Schlüsselrolle zu. Die einflussreiche Abteilungsleiterin im Ministerium für Wissenschaft und Kultur gilt als zielstrebig und ehrgeizig. "Wie auf der Galeere", stöhnen Mitarbeiter schon mal.
Am Donnerstag, beim Krisengipfel im Museums-Streit, wird sie zusammen mit Kulturminister Lutz Stratmann (CDU) in Braunschweig erwartet. Auf dem Treffen wird sie zur neuen Museumsstruktur, bei der das Landesmuseum Braunschweig in ein neues Institut in Hannover eingegliedert werden sollte, viele Fragen zu beantworten haben. Auch dann, wenn Minister Stratmann an ihrer Seite sitzt.
Schwandner hat Braunschweig besonders im Auge, nicht nur wegen der Landesmuseen: Die Frau, die im Stratmann-Ministerium die Kulturabteilung leitet, sitzt im Stiftungsrat der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Nachgesagt wird ihr aber ein besonderes Interesse an Oldenburg. Dort ist ihr Mann Gerd Schwandner Oberbürgermeister.
Dass sie ihre Aufgabe nicht darin sieht, aus ihrer Sicht unbefriedigende Kultur-Zustände zu verwalten, hat Schwandner schon früh deutlich gemacht. "Wir wollen auch über Inhalte reden", mahnte sie zum Beispiel 2005 eine Neuorientierung des Festivals "Theaterformen" an.
Eine große Landesausstellung zu den Welfen sei gut, müsse aber gegenfinanziert werden und dürfe kein isoliertes Ereignis sein, hatte sie ebenfalls gefordert. Und in der Debatte um einen Nachfolger des Braunschweiger Staatstheater-Intendanten Wolfgang Gropper davor gewarnt, starke Kandidaten durch Spekulationen schon vorher zu verschleißen.
Gerd Biegel, der Leiter des Braunschweigischen Landesmuseums, lobte die enge Zusammenarbeit zwischen Stiftungen und Museen, als die Welfen Kunstschätze an den Käufer brachten: "Einmalig in Deutschland."
Nicht nur dabei hatte Schwandner die Fäden mitgezogen. Wird etwa wie 2005 ein neuer Intendant für das Staatstheater in Oldenburg gesucht, sitzt sie in der Findungskommission. Theater, Museen, Denkmalschutz alles fällt in ihre Zuständigkeit. Sie befasst sich mit "Stipendien für Klangkunst" ebenso wie mit Denkmalschutz".
Die promovierte Historikerin ("summa cum laude"), die an der Universität Münster studierte, kam 2004 aus Baden-Württemberg nach Niedersachsen. Die CDU/FDP-Koalition bedient sich für Führungspersonal gerne in den süddeutschen Unions-Vorzeige-Ländern. So holte Stratmanns Kabinettskollege Uwe Schünemann (CDU) sich seinen Staatssekretär aus Bayern. Ganz heimisch wurde der importierte Polizeipräsident von München, Roland Koller, im Norden nie.
Bei Schwandner gibt es solche Probleme nicht. Geboren in Melle, wurde sie 1993 Referatsleiterin Museen und Museumspädagogik beim Bremer Bildungssenator, ein Jahr später "zusätzliche stellvertretende Leiterin des Museums Kunstsammlungen Böttcherstraße" in Bremen.
In einer Arbeitsgruppe des Senats befasste sich Schwandner Ende der 90er mit der "Umstrukturierung der Kulturfinanzierung und Kultureinrichtungen" und damit macht man sich keine Freunde.
In Baden-Württemberg war sie dann zunächst persönliche Referentin von Wissenschafts- und Kunst-Staatssekretär Michael Sieber, 2001 übernahm Schwandner dann das Referat "Museen, Bildende Kunst" im dortigen Wissenschaftsministerium eine Kultur-Karriere.













