Das heimliche Parlament
Im Rat der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz will der Kulturminister die Fakten auf den Tisch legen
BRAUNSCHWEIG. Die von Kulturminister Lutz Stratmann geplante Neuordnung der Museumslandschaft wird von der Opposition hart kritisiert. "Dilettantisches Vorgehen und unausgegorene Pläne" wirft die SPD ihm vor.
So zumindest äußerte sich gestern Daniela Krause-Behrens, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Die Staatskanzlei hatte zuvor mitgeteilt, dass das Institut für historische Küstenforschung und das Niedersächsische Institut für Archäologie und Baudenkmalpflege zusammengeführt werden sollen. Vom Landesmuseum Braunschweig war nicht mehr die Rede: "Die groß angekündigte Neustrukturierung bleibt nach dem Schnellschuss wohl erstmal aus", so Krause-Behrens.
Die Braunschweiger Landtagsabgeordnete der Grünen Gabriele Heinen-Kljaiic glaubt jedoch nicht an eine Entwarnung: "Das Ministerium hält daran fest, konnte aber seine Entscheidung nicht nachvollziehbar begründen", kritisierte sie nach der Sitzung des Kulturausschusses.
Licht ins Dunkel soll Kulturminister Lutz Stratmann bringen, wenn er morgen seine Pläne vor dem Stiftungsrat Braunschweigischer Kulturbesitz erläutert. Im Stiftungsrat sind namhafte Größen aus Politik, Verwaltung, Kultur und Wirtschaft der Region vertreten er gilt als heimliches Parlament im Braunschweiger Land. Direktor Tobias Hempel erwartet klare Worte: "Wir erhalten erstmals Informationen aus erster Hand. Ich hoffe, die Sitzung wird alle Spekulationen beenden."
Die Stiftung hat die Aufgabe, die kulturellen und historischen Belange des ehemaligen Landes Braunschweig zu wahren und zu fördern. Sie verfügt über ein Vermögen von 275 Millionen Euro.













