"Der Stiftungsrat ist nicht umgefallen"
Direktor Tobias Henkel nennt die Forderungen an den Minister und lässt einige Fragen offen
BRAUNSCHWEIG. Tobias Henkel, Direktor der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, wehrt sich gegen den Umfaller-Kommentar in unserer Zeitung: "Der Stiftungsrat ist nicht umgefallen. Das Gegenteil ist der Fall." Diese Positionen habe der Stiftungsrat genannt:
"Das Braunschweigische Landesmuseum bleibt eigenständig und geht nicht in einem in Hannover angesiedelten Landesinstitut unter."
Für die Redaktion bleiben diese Fragen offen: Wie bleibt ein Museum eigenständig, wenn es laut Minister "unter (!) dem Dach des neuen Instituts" in Hannover angesiedelt wird? Wie vertragen sich Eigenständigkeit und Unterordnung?
"Kernaufgabe des Landesmuseums bleibt die Braunschweigische Landesgeschichte."
Offen bleiben die Fragen: Wieso wird das Landesmuseum dann laut Minister zu einem "landesweit orientierten archäologischen Schwerpunkt", wenn Schwerpunkt nur als ein anderer Begriff für "Kernaufgabe" verstanden werden kann? Was hat die Moorleiche in Braunschweig zu suchen?
"Der Direktor des Landesmuseums bleibt bezüglich seiner Aufgabe "Braunschweigische Landesgeschichte" dienstlich und fachlich dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur direkt zugeordnet."
Offen bleiben die Fragen: Wo findet man eine "Aufgabe" in einem Organigramm? Wie viele Teilungen verträgt ein Direktor? Wie wird solch ein Gemenge organisiert?
"Der Stiftungsrat stellte mit Genugtuung fest, dass in allen Punkten noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden sind."
Offen bleibt die Frage: Wieso spricht der Minister schon von Entscheidungen? Er hat entschieden: Das Landesmuseum kommt unter (!) ein Dach mit der historischen Küstenforschung sowie dem Landesamt für Denkmalpflege! Die Archäologie kommt nach Braunschweig! Das Braunschweiger Landesmuseum wird zu dem niedersächsischen Archäologie-Museum!
"Für den Stiftungsrat ist völlig klar, dass der verfassungsrechtlich garantierte Charakter der Braunschweigischen Institutionen gewahrt bleiben muss."
Offen bleibt die Frage: Ist das auch dem Minister klar, der dies durch eine Behörde in Hannover (!) garantieren will?













