Historiker kämpfen für das Landesmuseum
Appell an Landesregierung: "Wir haben kein Verständnis für die Museumspläne"
BRAUNSCHWEIG. Geschichtswissenschaftler aus dem Braunschweiger Land wollen die Umstrukturierung der Museumslandschaft verhindern. Sie haben einen deutlichen Brief an die Landesregierung geschrieben.
Ihre Namen haben Gewicht: Horst-Rüdiger Jarck, einst Leiter des Staatsarchivs in Wolfenbüttel, hat den Appell ebenso unterzeichnet wie der Braunschweiger Historiker Ernst-August Roloff und Gerhard Schildt, emeritierter Professor der Technischen Universität. Insgesamt sind es 16 ausgewiesene Kenner der Landesgeschichte, die nicht hinnehmen wollen, dass das Braunschweigische Landesmuseum seine Eigenständigkeit verliert und einem Institut für Archäologie und Denkmalpflege unterstellt werden soll.
"Wir können kein Verständnis dafür aufbringen, dass das Landesmuseum einer außerbraunschweigischen und fachfremden Zwischeninstanz unterstellt werden soll, statt wie bisher unmittelbar unter der Landesregierung zu stehen", heißt es in dem Schreiben. An die Landesregierung ergeht die deutliche Forderung, von ihren Museumsplänen Abstand zu nehmen. "Wir denken, dass unser Appell von einem Großteil der Bevölkerung mitgetragen wird", sagt Historiker Gerhard Schildt.
Die Historiker weisen auf Artikel 72 der niedersächsischen Verfassung hin, in der es klar heißt, dass die kulturellen und historischen Belange der ehemaligen Landesteile durch Gesetz und Verwaltung zu wahren und zu fördern sind. "Gerade das Landesmuseum hat sich große Verdienste um die Erhaltung und Stärkung des spezifisch braunschweigischen Landesbewusstseins erworben", so die Wissenschaftler in ihrem Schreiben.
FAKTEN:
Die Unterzeichner des Appells:
Peter Albrecht, Ute Daniel, Manfred Garzmann, Horst-Rüdiger Jarck, Bernhard Kiekenap, Dieter Lent, Hans-Ulrich Ludewig, Herbert Mehrtens, Wolfgang Meibeyer, Ernst-August Roloff, Thomas Scharff, Gerhard Schildt, Goswin Spreckelmeyer, Matthias Steinbach, Karl Traupe, Reinhold Wex.













