Grüne: Fässer in der Asse überprüfen
Landtagsfraktion befürchtet, dass Uran und Plutonium im ehemaligen Salzbergwerk lagern
WOLFENBÜTTEL. Für Niedersachsens Grüne ist die Asse kein Forschungsendlager, sondern schlicht eine illegale Müllkippe für atomare Abfälle.
Dass das ehemalige Salzbergwerk Forschungszwecken gedient haben solle, sei eine Scheindeklarierung, erklärte die Grünen-Abgeordnete Gabriele Heinen-Kljajic gestern in Hannover. Damit habe man den Atommüll billig und ohne strenge Sicherheitsauflagen entsorgen können.
Niemand, weder Bundesforschungsministerium noch Betreiber, sei in der Lage, die angeblichen Forschungsarbeiten, deren Auftraggeber oder gar Ergebnisse aufzulisten, kritisierte die Braunschweiger Parlamentarierin. "Das ist in der Forschung absolut unüblich."
In den Schacht bei Wolfenbüttel waren bis 1978 rund 125 000 Fässer mit schwach- und 1300 Behälter mit mittelradioaktivem Atommüll eingelagert worden vornehmlich aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe: Eine ganze Zeitlang galt die Asse als Pilotanlage für den Salzstock in Gorleben.
Was genau sich in den Fässern befindet, wollen die Grünen nun mit einer Stichprobe herausfinden. Fraktionschef Stefan Wenzel forderte, jeweils 20 Fässer aus den Lagerkammern 4 und 20 rauszuholen und von einem unabhängigen Labor untersuchen zu lassen. Vor der Kammer 20 war die mit Cäsium belastete Salzlauge aufgetaucht, in Kammer 4 liegen die Fässer mit der höchsten Strahlenaktivität.
Um Arbeiter vor einer möglichen Belastung zu schützen, könnten die Behälter mittels Robotern an die Oberfläche befördert werden, so Wenzel. Die Betonverschlüsse vor den Lagerräumen müsse man zuvor aufbrechen.
Der Fraktionschef wiederholte seinen Verdacht, dass in der Asse auch die Kernbrennstoffe Uran und Plutonium lagerten. Dies ergebe sich aus früheren Einlagerungsanträgen, aber auch aus Broschüren des Betreibers. "Unsere Indizien und Hinweise sind eindeutig."
Im Umweltausschuss des Landtages hatten sowohl der Betreiber als auch das Bundesumweltministerium abgestritten, dass wärmeentwickelnde Abfälle in die Asse verbracht worden seien. Allerdings gaben sie zu, dass Uran und Plutonium als Arbeitsreste in Spuren in den Fässern vorkommen könnten.
Wenzel und Heinen-Kljajic bekräftigten ihre Forderung nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Nur so könne man die beteiligten Personen als Zeugen zu Aussagen bewegen.













