Junge Union unterstützt eigenständiges Landesmuseum
Andreas Weber: Stratmann wird daran gemessen, ob er sein Versprechen hält
BRAUNSCHWEIG. Der Landesvorsitzende der Jungen Union Braunschweig macht sich für die Eigenständigkeit des Landesmuseums stark. Damit argumentiert er gegen Kulturminister Lutz Stratmann (CDU), der das Museum einem Institut in Hannover angliedern will.
Andreas Weber sagt: "Braunschweiger Eigenständigkeit kann allen Niedersachsen nützlich sein, auch wenn die anderen Niedersachsen das oft nicht einsehen wollen." Das wisse er aus eigener Erfahrung: "Kleingliedrigkeit kann effizient und vorteilhaft sein."
Sowohl die CDU als auch die Junge Union sind in Niedersachsen in drei Landesverbände geteilt: die Landesverbände Braunschweig, Oldenburg und Hannover. Mit der Konsequenz, dass Niedersachsen in Parteigremien mit drei Vorsitzenden vertreten ist. "Beim Deutschlandrat der Jungen Union laufen wir mit drei Landesvorsitzenden für Niedersachsen auf mit je einer Stimme. Wir sind das einzige Bundesland, in dem das so geregelt ist", erklärt Andreas Weber. Alle anderen Länder schicken nur einen Vorsitzenden.
Manchmal ernten sie
Spott und schräge Blicke
Ab und an gebe es schräge Blicke und spöttische Bemerkungen über diese niedersächsische Spezialität, gibt der 29-Jährige zu: "Aber grundsätzlich wird uns Respekt gezollt aufgrund der großen Geschichte unseres Landes". Als Mitglied der Satzungskommission will Weber dafür sorgen, dass die Dreiteilung der Jungen Union dauerhaft in deren Satzung festgeschrieben wird. Derzeit handelt es sich nämlich um ein Provisorium.
"Dieses Provisorium besteht seit fast 40 Jahren. Damals wurden die drei Landesverbände als Übergangslösung beibehalten, bis analog zu den Bezirksregierungen die Bezirksverbände gegründet werden können." Dazu kam es aber nie und seitdem die Bezirksregierungen abgeschafft wurden, ist dieser Plan ohnehin überholt. Vorerst wird es bei der Dreiteilung bleiben: "So können wir die regionalen Interessen viel gezielter vertreten", sagt Weber.
Qualität der Ausstellung hängt nicht von Struktur ab
Andreas Weber begrüßt das Versprechen des Kulturministers, alle weiteren Planungen zur Neuorganisation der Museumslandschaft mit dem Stiftungsrat Braunschweigischer Kulturbesitz abzustimmen. "Das musste der Minister nach seinem schnellen Vorgehen zusagen, und daran wird er auch gemessen werden."
Ziel müsse es sein, die Schätze der Braunschweigischen Geschichte bestmöglich zu präsentieren. "Wo soll die Braunschweigische Geschichte ausgestellt werden, wenn nicht im Landesmuseum Braunschweig?", fragt der Jungpolitiker rhetorisch. Die Qualität der Ausstellung hänge allerdings nicht nur von der Organisationsstruktur ab, betont Weber. Sein Lösungsvorschlag: "Ich würde es als goldrichtig empfinden, wenn am Ende eine von allen Seiten erarbeitete Organisationsentscheidung auf den Tisch kommt."













