"Das Kulturministerium plant eine Zwangsehe"
Ehemaliger HBK-Professor lehnt Museumspläne als unausgegoren ab
BRAUNSCHWEIG. Was nicht passt, das passt nicht. Professor Johannes Zahlten lehnt eine Verknüpfung des Braunschweigischen Landesmuseums mit dem Museum für historische Küstenforschung kategorisch ab und macht andere Vorschläge.
"Die gewachsenen historischen Strukturen des Braunschweigischen Landesmuseums zugunsten eines künstlichen Konstrukts in undemokratischer Weise zu zerschlagen, zeugt von fachlicher Inkompetenz", wettert der emeritierte Professor der Hochschule für Bildende Künste (HBK) in Braunschweig in Richtung Kulturministerium.
Dessen Plan, das Braunschweigische Landesmuseum mit dem Amt für Denkmalpflege in Hannover und dem Museum für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven zu einem Institut zusammenzufassen, bezeichnet er als "Zwangsehe". Zahlten sagt: "Die augenscheinlich unausgegorenen Pläne lehne ich ab."
Ein Zusammenschluss von Denkmalpflege und Archäologie hingegen sei nachvollziehbar, räumt der 70-Jährige ein. Auch ein niedersächsisches Landesmuseum für Archäologie würde er begrüßen. "In Konstanz gibt es ein Archäologisches Landesmuseum für ganz Baden-Württemberg", nennt er ein Beispiel. Ursprünglich war sogar ein baden-württembergisches Landesmuseum geplant doch nach jahrelangem Hin und Her wurde daraus nichts: Es blieb bei einem badischen Landesmuseum in Karlsruhe und einem württembergischen in Stuttgart. Aber die geplante archäologische Außenstelle wurde eingerichtet inklusive einem großen Depot.
"Ein solches Depot mit Werkstätten und Laborräumen könnte ich mir auch gut für Niedersachsen vorstellen, zum Beispiel im ehemaligen Kloster Salzgitter-Ringelheim", sagt Zahlten. Derzeit sind die archäologischen Funde in Niedersachsen auf mehrere Depots aufgeteilt.
Auf keinen Fall aber dürfe zugunsten der Archäologie die Präsentation der Braunschweigischen Landesgeschichte leiden, warnt Professor Zahlten.













