BZV
newsclick
Suchen
13. Februar 2012
2-Tage-Vorschau

Gabriel lässt Atommüll-Bergung offen

Gutachten zu Atomlager Asse bestätigt teilweise Rückholbarkeit – Umweltminister: Sicherheitsgewinn nicht klar

Von Christian Kerl

zoom
Großansicht Großansicht

WOLFENBÜTTEL. Aus dem maroden Atomlager Asse II könnte aus Expertensicht zumindest ein Teil des Atommülls wieder zurückgeholt werden. Doch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bremst die Erwartungen: Ob es zur Bergung kommt, ist völlig offen.

Gabriel und der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, berichteten gestern in Berlin über zwei lange erwartete Gutachten zur Zukunft der Schachtanlage – die Expertisen relativieren die bisher behauptete Alternativlosigkeit einer raschen Flutung des Bergwerks. Konkrete Schlussfolgerungen wollten Gabriel und König daraus aber noch nicht zu ziehen.

Grubenstabilität : Die in Auszügen schon bekannte Expertise des Gutachters Peter Jordan von der CDM Consult empfiehlt, die Stabilität des Grubengebäudes rasch durch Verfüllung von Spezial-Beton und Injektion in das Salzgrus zu erhöhen. Dies verringere die Hohlräume und erhöhe so die Standsicherheit.

Ein früheres Gutachten hatte gewarnt, das Bergwerk sei ab 2014 akut einsturzgefährdet. Während es in den letzten Wochen hieß, das neue Jordan-Gutachten verheiße einen Zeitgewinn bis 2025, unterblieben solche Prognosen gestern.

Gabriel nannte das Gutachten einen "ersten wichtigen Baustein". Ein entscheidender Zeitgewinn für alternative Stilllegungskonzepte bestehe erst, wenn es dem BfS gelinge, durch weitere Maßnahmen den Laugeneintritt einzudämmen – dies werde derzeit geprüft.

Rückholung : Eine weitere Studie im Auftrag des BfS kommt zum Ergebnis, dass die Rückholung der 1300 Gebinde mit mittelradioaktiven Abfällen technisch möglich ist – sie würde fünf Jahre dauern, 150 Millionen Euro kosten. Gabriel betonte aber, die prinzipielle technische Machbarkeit bedeute noch keine politische Vorfestlegung. Eine Rückholung der mittelradioaktiven Abfälle wäre nur zu rechtfertigen, wenn es insgesamt einen Sicherheitsgewinn gebe und die Stilllegung nicht unverhältnismäßig verzögert werde; dies sei noch nicht geklärt, eine Störfallanalyse liege erst im Entwurf vor. Möglicherweise werde durch die Aktion das eigentliche Problem gar nicht gelöst, sagte Gabriel unter Hinweis auf die 122 000 Fässer mit schwachradioaktivem Müll, die schwerer zu bergen wären.

"Natürlich wären wir froh, wenn wir alles rausholen könnten, das ist politisches Ziel. Aber ob man das ohne Gefahr für die Beschäftigten und ohne zusätzliche, erhöhte Strahlenbelastung schafft, ist offen", sagte der Minister. Er wolle keine Hoffnungen wecken, die nicht erfüllt werden könnten: "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit."

Der regierungsinterne Streit um Details des Betreiberwechsels für die Asse geht weiter, eine Kabinettsentscheidung ist erneut vertagt worden. Gabriel sagte, es müssten personelle, fachliche und strukturelle Fragen geklärt werden, damit das BfS seine Aufgabe als künftiger Betreiber angemessen erfüllen könne. Zudem wolle er für sein Ressort das "Durchgriffsrecht" sicherstellen.

Die vom Wirtschaftsministerium verlangte Festlegung, die Betriebsführerschaft in Asse der Endlager-Gesellschaft DBE zu übertragen, schloss Gabriel aus. Eine Einigung werde es aber in Kürze geben.

Donnerstag, 30.10.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9357701/menuid/7534512
epaper

Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung - Jetzt abonnieren!

[ zum e-paper ]

Videos der Region

80.000 Liter Wasser flossen in Hochhauskeller

zum Artikel ]

Kleine Leute sangen bunte Lieder

zum Artikel ]

Zwischen Bio-Ei und bunten Ratten

zum Artikel ]

Kälte sicherte Bromer Kiepenkerl den Sieg

zum Artikel ]

Doppel-Torschütze Jirácek in Danndorf

zum Artikel ]

Neues Gerätehaus für Bahrdorf

zum Artikel ]

Mit verbundenen Augen zeichnen und "blind" singen

zum Artikel ]

Wendezelle hat bald auch eine Kleinkunstbühne

zum Artikel ]

350 Freunde des Humors feierten mit dem ECV

zum Artikel ]

Die Stadt feiert mehr als ihren 70. Geburtstag

zum Artikel ]

In Abbenrode waren die Narren los

zum Artikel ]

Konkurrenz zur Rübe macht Landwirten keine Angst

zum Artikel ]

Winterspaß auf dem Allersee und dem Schillerteich

zum Artikel ]

21-Jähriger wird bei Diebszug ertappt – Komplize flüchtet

zum Artikel ]