Bundesregierung nimmt neue Asse-Vorwürfe "sehr ernst"
Fragestunde im Bundestag zu Leukämie-Fall – "Keine Gefahr bei Einsturz von Kammer 4"
WOLFENBÜTTEL. Die Bundesregierung nimmt die Vorwürfe des an Leukämie erkrankten früheren Asse-Mitarbeiters nach eigenen Angaben "sehr ernst". Allerdings sei es Aufgabe der Staatsanwaltschaft herauszufinden, ob es in der Vergangenheit Verfehlungen gegeben habe, sagte Umwelt-Staatssekretärin Astrid Klug (SPD) in einer Fragestunde des Bundestags. Das Bundesumweltministerium selbst habe keine Erkenntnisse über frühere Versäumnisse beim Strahlenschutz für Mitarbeiter der Asse.
Wie berichtet, führt der Geotechniker seine Erkrankung auf einen unzureichenden Strahlenschutz in dem Bergwerk bei Remlingen im Kreis Wolfenbüttel zurück. Er prüft eine Klage. Die Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen aufgenommen.
Grüne und Linke machten den Fall gestern zum Thema im Parlament. Grünen-Umweltexpertin Sylvia Kotting-Uhl sagte, die Vorwürfe bestätigten die Forderung nach einem Untersuchungsausschuss.
Im Fall der verdächtigen Sonderverpackungen von Atommüll in der einsturzgefährdeten Asse-Kammer 4 erklärte die Regierung, laut früherer Dokumente und Zeitzeugenbefragungen entspreche die Einlagerung den Vorschriften. Es handele sich demnach um 80 Zinkblechkisten aus dem AKW Gundremmingen mit Schutt, Isoliermaterial, Blech und Handschuhen. Über eine genaue Untersuchung dieser Abfälle sei noch nicht entschieden. Sie wäre aber sehr aufwändig und wegen der Einsturzgefahr riskant, sagte Klug.
Das Bundesamt für Strahlenschutz, neuer Betreiber des Asse-Bergwerks, sieht auch im Fall eines Einsturzes der Kammer 4, in der schwachradioaktive Abfälle lagern, keine unmittelbare Gefahr. Es würde keine Radioaktivität austreten. Das belege ein Gutachten.
Trotzdem soll der Verschluss vorsorglich durch einen zusätzlichen Betonpfropfen verstärkt werden.













