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14. Februar 2012
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WN-Serie "Automobile Meilensteine in der Autostadt" (1) – Wie der BMW 328 Motorsportgeschichte schrieb


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Das Zeithaus der Autostadt präsentiert Wagen, die Maßstäbe setzten – sei es technologisch, konzeptionell, im Design oder in der Produktionsweise. In einer neuen Serie stellen die WN diese "Automobilen Meilensteine" vor. Heute: der BMW 328.

Zwei ehemaligen Horch-Ingenieuren, Rudolf Schleicher und Fritz Fiedler, verdanken die Bayerischen Motoren Werke den Beginn ihrer Sechszylinder-Tradition, deren ersten Höhepunkt zweifellos der Sportwagen 328 von 1936 markiert. Beide konstruierten kongenial den ersten BMW-Sechszylinder, der Anfang 1933 als Typ 303 mit nur 1,2 Liter Hubraum und 30 PS auf der Berliner Automobilausstellung seine Premiere feierte. Mit dem 328 hat er nicht nur die sechs Zylinder gemeinsam, sondern auch einen ähnlichen Stahlrohrrahmen, die vordere Schwingachse mit Querblattfeder und die hintere, relativ leichtgewichtige Starrachse mit Längsblattfedern.

Das Temperament des weniger als 800 Kilogramm wiegenden 328 wurde von Zeitgenossen als sensationell empfunden – und es begeistert noch heute. In Zeiten, als gut gehende Mittelklasse-Limousinen wie etwa ein BMW 326 knapp 120 km/h schnell waren, lief der 328 gut 150 km/h – nur wenig langsamer, als der Mercedes 500 K mit fünf Liter Hubraum und Kompressor. Auch wenn es um die negative Beschleunigung ging, setzte der zierliche BMW neue Maßstäbe: Dank großer Bremstrommeln mit 280 Millimeter Durchmesser und hydraulischer Betätigung ließ er sich so verzögern, dass an Seilzugbremsen genormten Zeitgenossen Hören und Sehen verging.

Kein Wunder deshalb, dass schon der erste 328-Renneinsatz von Erfolg gekrönt war. Rudolf Schleicher, Versuchschef und -Rennleiter in Personalunion, meldete seinen neuen Sportwagen beim Eifelrennen im Juni 1936 zur Jungfernfahrt, pilotiert von seinem Motorrad-Starfahrer Ernst Henne. Im Ziel hatte Henne nach fünf Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings die gesamte Konkurrenz weit hinter sich gelassen und auf den Zweiten, einen Kompressor-Alfa-Romeo, annähernd zweieinhalb Minuten Vorsprung herausgefahren – Durchschnittstempo: 101,5 km/h.

Anfang 1937 startete BMW im Werk Eisenach die Serienproduktion des 328. Wer fortan in der Sportwagen-Klasse bis zwei Liter Hubraum siegen wollte, der musste in einem 328 antreten – er profilierte sich zum erfolgreichsten Sportwagen seiner Klasse: Ob Tourist Trophy in Nordirland oder Großer Preis von Bukarest, ob bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps, den 24 Stunden von Le Mans oder bei der Mille Miglia – es gibt kaum ein großes Rennen jener Jahre, in dem ein 328 keinen Klassensieg einfuhr. Maßgeblich half dieser "Meilenstein" mit, die deutsche Motorsportszene Anfang der 50-er Jahre wiederzubeleben – in Gestalt des Originals genauso wie in Form von Mutationen und Weiterentwicklungen.

Montag, 15.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11922394/menuid/7567605
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