BZV
newsclick
Suchen
09. Februar 2012
2-Tage-Vorschau

VW soll den Eremiten schützen

Umweltschützer aus Braunschweig nehmen Konzern in die Pflicht – Heute Aktion am Tor Ost

Von Thomas Kruse

zoom
Großansicht Großansicht
zoom
Großansicht Großansicht
zoom
Großansicht Großansicht

Braunschweiger Bürgerinitiativen nehmen Volkswagen beim Wort. Das Unternehmen soll seine Absichtserklärungen zum Schutz der biologischen Vielfalt mit Taten untermauern – und zwar vor der Haustür und zum Schutz des Querumer Waldes bei Braunschweig.

Die Erweiterung des Flughafengeländes ist trotz der heftigen Protestes von Anwohnern und Umweltschützern beschlossene Sache. Für die Verlängerung der Stadtbahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg in Waggum wurde bereits hektarweise Wald gerodet.

Da Volkswagen zweitgrößter Anteilseigner der Flughafengesellschaft ist und Manager von dort zu Dienstreisen abfliegen, wollen die Umwelt-Aktivisten den Konzern nicht aus der Verantwortung entlassen. Heute wollen sie am Tor Ost einen offenen Brief an einen Unternehmensvertreter übergeben. Die symbolische Übergabe von 12 000 Unterschriften gegen die Rodung der Bäume hatte Volkswagen im vergangenen Jahr ignoriert. Argument: Das Unternehmen sei nicht für die Erweiterung verantwortlich und profitiere auch nicht davon. Die Umweltverbände Nabu und Bund sowie Braunschweiger Bürgerinitiativen sehen das anders und das Weltunternehmen aus Wolfsburg in der Pflicht.

Helfen soll dabei der kürzliche Fund einer Larve des seltenen Eremitenkäfers auf der Rodungsfläche des Querumer Forstes. Die "prioritäre Käferart" sei durch die Flora-Fauna-Habitat-Richlinie der EU besonders streng geschützt. In ganz Niedersachsen gebe es nur zwei prioritäre Arten, heißt es in einem offenen Brief der Umweltschützer: neben dem Eremiten noch eine Schmetterlingsart, die "Spanische Fahne".

Volkswagen solle jetzt helfen, diesen "wertvollen ökologischen Schatz" vor dem eigenen Werkstor zu schützen. Man beruft sich auf ein so genanntes "mission statement" der Volkswagen AG aus dem April 2008. Das Statement betreffe "Maßnahmen zum unmittelbaren Schutz bedrohter Arten" bis hin zur "Unterstützung von Forschungsvorhaben" in diesem Bereich, die sich der Konzern vor allem "im Umfeld seiner Standorte" zum Ziel gesetzt habe. . Das Vorhaben sollte in Zusammenarbeit mit dem VW-Konzern und gegebenenfalls unter Einbeziehung umliegender Landkreise durchgeführt werden. Der programmatische Vorsatz sei vorbildlich, so die Umwelt-Aktivisten. Nun müsse Volkswagen allerdings auch vor Ort Taten folgen lassen.

Zum Thema Nachhaltigkeit hat Volkswagen in der Tat klare Bekenntnisse abgelegt und gute Projekte entwickelt und realisiert. Nur zum Thema Waggum war bisher nichts zu hören.

Freitag, 25.06.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12489086/menuid/7567605
epaper

Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung - Jetzt abonnieren!

[ zum e-paper ]

Videos der Region

IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr für VW-Mitarbeiter

zum Artikel ]

Immer noch Gefahr auf Eisflächen

zum Artikel ]

Anwohner will Schilderwald entrümpeln

zum Artikel ]

Erst ein Unfall stoppte Autobahn-Drängler

zum Artikel ]

120 Bürger tauschten Ideen über neues Gifhorner Quartier aus

zum Artikel ]

Ballon-Absturz mit Folgen – Startverbot für Firma

zum Artikel ]

Initiative für DSL in Danndorfer Neubaugebiet

zum Artikel ]

Geplatzte Rohre sorgen für vollgelaufene Keller

zum Artikel ]

Im Kindergarten Adenstedt wird geforscht und experimentiert

zum Artikel ]

130 Minuten beste Schauspielkunst

zum Artikel ]

Kim Wilde ist Top-Act beim Kultursommer in Salder

zum Artikel ]

Tafel und Kreide sind auf dem Rückzug

zum Artikel ]

Dettumer Rat vermisst Informationen zur Windkraft

zum Artikel ]

Gesamtschule Wallstraße will Integrationsklasse einrichten

zum Artikel ]