"VW wird keine Ruhe bekommen"
Umweltschützer und Bürgerinitiativen demonstrieren vor Tor Ost Keine Reaktion von Rat und Unternehmen
"VW lässt Wald, Tiere und Straßen für einen irrsinnigen Flughafenausbau vernichten", "VW raubt uns die Nachtruhe 22 bis 6 Uhr: Stille Nacht" war auf den Plakaten zu lesen, mit denen Vertreter von Braunschweiger Bürgerinitiativen gestern mobil machten.
Auf einer Verkehrsinsel vor der Einfahrt zum Tor Ost von Volkswagen ging es etwa 20 Vertretern der Bürgerinitiativen um den Braunschweiger Flughafen. Die Aktivisten forderten VW auf, seine Absichtserklärungen zum Schutz der biologischen Vielfalt mit Taten zu untermauern (wir berichteten). Vertreter von VW ließen sich während der Aktion nicht blicken.
Bereits zum vierten Mal demonstrierten die Braunschweiger vor den Toren von Volkswagen. Peter Rosenbaum, Ratsherr der Stadt Braunschweig und einer der Beteiligten, kündigte weitere Aktionen an: "VW wird keine Ruhe bekommen."
Da das Unternehmen nach der Stadt Braunschweig zweitgrößter Anteilseigner der Flughafengesellschaft ist, wollen es die Aktivisten nicht aus der Verantwortung entlassen. "Einen Anteil in Höhe von 17 Prozent hält auch die Stadt Wolfsburg", sagt Rosenbaum. Daher seien auch die Ratsfraktionen angemailt und auf die Aktion vor dem Tor Ost hingewiesen worden. Doch auch hier blieb der erhoffte Besuch aus.
In einer gemeinsamen Erklärung weisen die Umweltverbände darauf hin, dass Naturschützer im Querumer Forst Larven des Eremiten, einer seltenen Käferart, gefunden hätten. Diese seien durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU besonders geschützt.
"Es ist frustrierend, dass bestehendes Umweltrecht nicht angewendet wird", findet Heiderose Wanzelius, Vorsitzende des Braunschweiger Forums. "Wir haben mehrfach an das Umweltamt geschrieben, dass das Planfeststellungsverfahren nicht eingehalten wurde. Aber immer wieder wurde uns Unverständnis entgegen gebracht", sagt sie. Boris Gelfert, Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, erklärte in einer Pressemitteilung, dass ein Baustopp wegen des Eremitenfundes "keine Wirkung zeitigen würde, da auf der Fläche keinerlei Bäume mehr stehen, die dem Eremiten als Lebensraum dienen könnten".













