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14. Februar 2012
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Opfern ihre Namen zurückgegeben

Von Karl-Ernst Hueske

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Wolfenbütteler Schüler haben in einer mehrjährigen Geschichtswerkstatt gemeinsam mit der Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel Opfern des Dritten Reiches ihre Namen zurückgegeben.

Es war im August 2001, als ein Redner anlässlich des Antikriegstages anregte, die Rasenfläche vor dem Ehrenmal für die sowjetischen Kriegsgefangenen, auf der 312 Opfer des Dritten Reiches beerdigt wurden, zu "entanonymisieren". Die Suche nach Namen sollte helfen, das Schicksal der auf dem Gräberfeld 13a Beigesetzten klarer zu machen.

Wolfenbütteler Schüler griffen einige Jahre später gemeinsam mit den Mitarbeitern der Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel diese Anregung auf. Es entstand ein internationales, von Wolfenbütteler Schülern geprägtes Geschichtsprojekt, das in diesen Tagen mit einem neuen Gräberfeld fortgesetzt wird.

Die Geschichte des Gräberfeldes 13a beginnt im Jahre 1941. Damals benötigten die Behörden für die osteuropäischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die im Reservelazarett Sternhaus und in dem Strafgefängnis Wolfenbüttel zu Tode kamen, eine Begräbnisstätte.

Für die Erforschung des Gräberfeldes 13a auf dem Hauptfriedhof stellten die Mitarbeiter der Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt historische Quellen, Pläne und Dokumente zur Verfügung, die von den Schülern akribisch in einem Workshop in den Ferien für eine Datenbank ausgewertet wurden.

Unterstützt wurde das Schülerprojekt vom Amt für Jugendarbeit der Braunschweigischen Landeskirche sowie der Stadtjugendpflege Wolfenbüttel, die im weiteren Verlauf des Projektes internationale Jugendworkcamps organisierten. Auf diese Weise knüpften die Wolfenbütteler Schüler Kontakte zu Studenten und Schülern aus Russland, Weißrussland und Polen.

Die Schüler und Studenten aus Osteuropa waren ihren Wolfenbütteler Freunden dabei behilflich, in ihren Ländern die noch lebenden Angehörigen der Opfer zu finden, die auf dem Gräberfeld 13a in Wolfenbüttel begraben worden waren.

In Wolfenbüttel erforschten die Schüler derweil die genaue Lage der Gräber. Zunächst verlegten sie provisorische Namensschilder, später Metallplatten mit den wichtigsten Daten der Toten. Die Angehörigen dieser Opfer wurden in die Lessingstadt eingeladen, um dort die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen.

Die Wolfenbütteler Schüler opferten sehr viel Freizeit für dieses Projekt, das in der Öffentlichkeit große Beachtung fand. In einer umfangreichen Dokumentation wurde das Projekt beschrieben. Die teilnehmenden Schüler berichten darin auch von ihren persönlichen Erfolgen. So wurden diese Schülern an manchen Tagen von ihren Mitschülern provokativ gefragt: "Macht ihr schon wieder was für die Toten?". Diesen Schülern antwortete dann der Gymnasiast Jan von der Heyde, der das Projekt dokumentiert hat: "Ja, aber auch etwas für die Lebenden. Etwas für alle, die Verständigung untereinander dem Krieg vorziehen, die erfahren wollen, wie die Wirklichkeit während des Zweiten Weltkrieges aussah und die helfen wollen, ein friedvolles Miteinander zu gestalten."

Gestern begann eine neue Schülergruppe mit Unterstützung von erfahrenen Schülern des Projektes mit der Erforschung eines weiteren Gräberfeldes, wo weitere Opfer der NS-Zeit anonym begraben wurden.

Donnerstag, 18.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11937209/menuid/9962550